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Wir stellen hier die wichtigsten Mittelmeer-, aber auch andere Krankheiten vor. Sie werden bemerken, dass die Ansteckung einiger Mittelmeerkrankheiten nicht mehr nur im Mittelmeerraum erfolgen muss. 

Sollte Ihr Hund Krankheitssymptome aufweisen oder sich der Gesundheitszustand im negativen Sinne verändern, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. 

 

 

 

Leishmaniose

Ein kleiner Stich mit schwerwiegenden Folgen

 

sandmueckeleishmanioseEin kleiner Stich und das Schicksal so vieler Hunde auf Zypern ist besiegelt. Sie sind zu einem Großteil dazu verdammt auf der Insel zu bleiben.

Wenn sie ganz großes Glück haben, dürfen sie als Patenhunde im Tierheim leben und werden so gut wie es eben geht, ihr restliches Leben versorgt, ohne jemals wieder oder überhaupt jemals, einmal in den Genuss des Familienlebens, ein Leben außerhalb eines Zwingers verbringen zu dürfen.

Niemals wieder dürfen sie sich in ein weiches Kuschelkörbchen anschmiegen oder vor dem Einschlafen noch einmal sanfte Streicheleinheiten genießen. Nie wieder über saftige grüne Wiesen toben.

Wenn sie allerdings ganz viel Pech haben, dürfen sie nicht einmal mehr weiterleben, denn die Vermittlungschancen bei Leishmaniose positiven Hunden reduziert sich gegen Null.

Warum ist das eigentlich so?

Wir möchten eine Lanze für an Leishmaniose erkrankte Hunde brechen, denn viele dieser Hunde leben, trotz der vielen Vorurteile, sehr lange, wenn nicht sogar ihr gesamtes restliches Leben symptomfrei. Wir wollen diese Krankheit auf keinen Fall verharmlosen, denn Leishmaniose ist eine Krankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann. Wir möchten aber zu bedenken geben, dass dies bei vielen anderen Krankheiten genau so der Fall ist.

Warum wird also gerade bei der Leishmaniose so eine Panik und Hysterie verbreitet?

 

Schauen wir uns erst einmal an, was Leishmaniose überhaupt ist.

Leishmaniose ist im Auslandstierschutz eine der gefürchtetsten Krankheiten. In den meisten Fällen bedeutet ein positiver Test, dass das Schicksal dieses Hundes besiegelt ist.

Leishmanien sind Mikroparasiten, die von der Insektenart Sandmücke beim Stich übertragen werden. Die Leishmanien nisten sich im Knochenmark, den Lymphknoten, der Leber und in der Milz ein. Leishmanien schränken die körpereigene Immunabwehr ein und vermehren sich in Zellen, die der Infektionsbekämpfung dienen. Deswegen kommt es bei leishmanioseinfizierten Tieren zu vermehrten zusätzlichen bakteriellen Infektionen. Die Leishmaniose kann sehr lange Zeit unerkannt bleiben und sogar gar nicht erst ausbrechen.

Stress, Ärger, neue Situationen, Futterumstellung oder Krankheit kann einen Leishmanioseschub auslösen. Befindet sich der Hund allerdings in einem stressfreien Umfeld, fühlt sich wohl und ist auch sonst in einer guten, gesundheitlichen Verfassung, so ist der Ausbruch von Leishmaniose wirklich relativ selten.

Die Symptome der Leishmaniose sind sehr zahlreich und treten unterschiedlich häufig und nicht immer alle auf einmal auf. So kann es sein, dass mehrere an Leishmaniose erkrankte Hunde ganz unterschiedliche Krankheitsbilder zeigen. Je nach Erregertyp der Infektion haben die Erkrankungen auch verschiedene Symptomschwerpunkte.

  • Zuerst zeigen sich unspezifische Krankheitszeichen, die auch andere Ursachen haben könnten:
    • Durchfall, Lahmen, Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Schlappheit.
  • Schon deutlichere Hinweise auf Leishmaniose sind:
    • gefranste Ohrränder und manchmal ist gleichzeitig eine vermehrte Schuppenbildung im Fell zu beobachten.
  • Am häufigsten und typischsten für die fortgeschrittene Leishmaniose sind die Erscheinungen auf der Haut:   
    • kreisrunde kleine Wunden an versteckten Stellen (z.B. an den Innenseiten der Ohren) sind erste Zeichen. Sie heilen nur sehr schlecht;
    • trockenen Krusten auf dem Kopf, oder vermehrte Wunden an den Beinen oder an der Nase;      
    • Haarausfall an einzelnen Körperstellen oder am ganzen Körper oder Ausfall der Haare nur um die Augen herum;
    • auch entzündliche Erkrankungen der Augen sind häufig.

Auch ein Leishmaniose positiver Hund kann ein sehr fröhliches und unbeschwertes Leben führen. Das Vorurteil ein Leishmaniose positiver Hund könnte bei einer Vermittlung nach Deutschland zur Verbreitung der Krankheit unter Hunden und Menschen beitragen, ist nicht haltbar. Genau so ist es möglich und sogar noch um ein vielfaches wahrscheinlicher als eine Verbreitung der Krankheit durch einen infizierten Hund ist die Möglichkeit, als Tourist unbemerkt eine infizierte Sandmücke im PKW nach Deutschland einzuführen. Die Ausbreitung dieser Krankheit auch hier in Deutschland kann also nicht auf die Einfuhr infizierter Hunde geschoben werden.

Leishmaniose ist zwar nicht heilbar, aber wird diese Krankheit rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann diese Erkrankung sehr lange in Schach gehalten werden. Bei einer positiven Testung ist nicht gesagt, dass diese Krankheit bei dem gestesten Hund jemals ausbricht.

Um weitere Vorurteile auszuräumen:

Die Leishmaniose wird

  • über die Sandmücke übertragen und vielleicht von einer Mama auf ihre Welpen (im Mutterleib) und
  • nicht von Hund zu Hund übertragen, sondern von der Sandmücke zum Hund
  • es wurde bisher noch keine Übertragung vom Hund auf den Menschen nachgewiesen, dies ist also reine Theorie.

Genau deshalb muss man keine Angst haben, einen Leishmaniose positiven Hund zu halten, auch wenn es im Zuhause Kinder oder andere Hunde gibt.

Und auch wenn eine Übertragung auf den Menschen nur reine Theorie ist, möchten wir diese Theorie nicht verschweigen.

  • Zur Übertragung der Leishmaniose ist wie gesagt die infizierte Sandmücke unabdingbar nötig, durch die der Hund infiziert wird. Dies wiederum heißt eigentlich, dass sich der Mensch nicht am Hund und umgekehrt anstecken kann. Es besteht allerdings ein sehr geringes Restrisiko, wenn ein Leishmaniose positiver Hund offene Ekzeme hat. In dessen Wundsekret (aber nicht im Blut!) können sich Leishmanien befinden. Damit ist das Wundsekret theoretisch infektiös und könnte durch eine Direktübertragung auf eine offene Wunde beim Menschen oder bei einem anderen Tier die Leishmaniose übertragen. Bisher gibt es allerdings keinen einzigen nachgewiesenen Fall einer solchen Übertragung. Sollte ein Leishmaniose positiver Hund offene Ekzeme aufweisen, sollte sorgfältige Hygiene ein Muss sein, wodurch sich widerum eine Ansteckung gegen Null reduziert.
  • An der Luft können Leishmanien nicht überleben. Sollte also Wundsekret vom Hund an die Möbel gelangen oder den Boden verunreinigen, ist die Infektionsgefahr spätestens dann gebannt, wenn das Sekret angetrocknet ist.
  • Bei Kontakt mit frischem Blut des Hundes besteht kein Infektionsrisiko, da im frischen Blut seltenst Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei einem HIV-infizierten Menschen, der gleichzeitig Leishmaniose hat, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.
  • Auch durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da sich im Speichel keine Leishmanien befinden. Kot, Urin und andere Körperausscheidungen enthalten ebenfalls keine Leishmanien. Eine Übertragung ist also dadurch nicht möglich. Ebenso wenig durch die Luft oder durch Tröpfcheninfektion.

Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurde bisher nicht! nachgewiesen, eine Panikmache oder die Angst vor infizierten Hunden ist nicht gerechtfertigt.

Wenn ein Hund infiziert wird, kann die Inkubationszeit sehr lang sein. Die Wissenschaftler sagen, es kann bis zu 7 Jahre dauern. Es gibt Hunde, die resistent sind und nie Symptome zeigen und andere, die sich selbst heilen und es gibt auch Hunde, deren Organismus nicht gegen die Parasiten ankämpfen kann und die krank werden. Diese Hunde brauchen dann Behandlung.

Die Leishmaniose wird meist mit der täglichen Gabe von Allopurinol behandelt. Dies ist ein gut wirksames und preiswertes Medikament (ca. 20-30 Euro je 3 Monate, Titerbestimmung/Blutuntersuchung ab 100 Euro). Diese Behandlung ist für den Hundebesitzer im Vergleich nicht zeit-und kostenintensiver als die Behandlung eines Hundes mit einer täglichen Herztablette. Zusätzlich wird jedoch eine purinarme Ernährung empfohlen.

Fazit:
1. Nicht jeder Hund, der durch einen Stich der Sandmücke mit Leishmanien infiziert wird, erkrankt auch tatsächlich.
2. Ob die Leishmaniose ausbricht, hängt vom Immunsystem des Tieres ab.
3. Es gibt deutlich mehr infizierte als erkrankte Tiere.
4. Wichtig ist, dass diese Krankheit richtig diagnostiziert und behandelt wird. Dann lässt sich die Krankheit sehr gut und in der Regel sehr lange in Schach halten.

 


 

Ehrlichiose


zeckeehrlichioseEhrlichiose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die durch Zeckenbisse verbreitet wird. Diese Krankheit tritt seit einigen Jahren auch in Deutschland auf.



Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 20 Tage.



Symptome

:

Phase 1 - Unspezifische Krankheitsanzeichen



Hohes, wiederkehrendes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und blasse Schleimhäute (Anämie). Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen sinkt. 


Phase 2 – Subklinische Phase (Dauer 40 Tage – mehrere Jahre)



In dieser Zeit erfolgt entweder die spontane Ausscheidung des Erregers (= Heilung) oder es kommt zum dauerhaften Festsetzen des Erregers im Organismus. 

Die Hunde sind meist unauffällig, fressen schlecht und nehmen ab.  



Phase 3 - Chronische Phase



Wird der Erreger in Phase 2 nicht aus dem Körper ausgeschieden, kann es zur chronischen Phase kommen. Knochenmarksveränderungen führen zu einer milden bis schweren Verlaufsform. 

Ein milder Verlauf bringt Lustlosigkeit und Müdigkeit, Appetitmangel, Abmagerung, Milz- und Lymphknotenschwellungen. Verdächtig für Ehrlichiose ist das Auftreten von Nasenbluten, Hautblutungen und Gliedmaßenödeme (Wasseransammlungen in den Beinen). 

Bei der schweren Verlaufsform treten die oben genannte Symptome auf, zusätzlich sind innere Organe betroffen. Es laufen autoimmune Prozesse ab, körpereigene Strukturen werden so verändert, dass sie vom Körper als fremd erkannt und vom eigenen Abwehrsystem bekämpft werden. 

Seltene schwere Fälle führen zur Veränderung der Augenfarbe und zum Erblinden. Bei E. canis und E. ewingii können Gehirn- und Gehirnhautentzündungen zu epileptischen Anfällen und Bewegungsstörungen führen. Weiterhin werden Muskelentzündungen, -schwäche und –schwund mit Gelenkschmerzen beobachtet.



Behandlung



Zur Behandlung wird ein bestimmtes Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, das sogenannte Doxycyclin verwendet. Es muss mindestens 10, besser 21 Tage lang verabreicht werden. Schon innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein. 

Bei schwerwiegenden Fällen sind Bluttransfusionen unterstützend notwendig, um die Zeit bis zur ausreichenden, körpereigenen Blutzellen-Bildung zu überbrücken. 

Zusätzliche, kurzzeitige Gaben von Kortison fördern den Heilungsprozess. Zur Stimulierung der Knochenmarks-Aktivität (Nachbildung von Blutzellen) werden zum Teil Anabolika gegeben. 

Starkes Nasenbluten kann durch spezielle Nasentropfen zum Stillstand gebracht werden. 

Homöopathische Präparate und Vitamin B können den Heilungsprozess unterstützen.

 


 

Babesiose

babesiose dermacentorDie Erreger der Babesiose werden durch Zecken übertragen. Diese leben vornehmlich in den süd- und osteuropäischen Ländern, aber auch in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern ist es bereits zu Ansteckungen gekommen. Wichtig ist daher immer (auch gerade im Urlaub) eine wirksame Zecken-Prävention!



Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Bei zu später Erkennung kann die Babesiose zum Tod des Hundes führen. 

Ab dem 4. Tag nach der Infizierung kann es zu leichten Symptomen kommen, ab dem 10. Tag werden diese Anzeichen bei einer akuten Infektion deutlich:

• Anämie (Blutarmut)
• Fieber
• Appetitlosigkeit, Übelkeit
• Lethargie, Schwäche
• Dunkel verfärbter Urin (dunkelgelb bis rotbraun)
• Vergrößerte Lymphknoten, geschwollene Milz
• Evtl. Nierenversagen oder Gelbsucht

Neben der klinischen Untersuchung wird die Babesiose durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Rechtzeitig behandelt sind die Chancen sehr gut. Sind jedoch bereits zu viele rote Blutkörperchen zerstört, wirken Medikamente nicht mehr.



Bei einem chronischen Verlauf der Krankheit sind die hauptsächlichen Symptome wechselndes Fieber sowie ein ein Abbau der Körperkondition. Es kann jedoch auch zu Verdauungs- und Kreislaufstörungen, Störungen des zentralen Nervensystems, Ödemen oder respiratorischen Symptomen kommen.

 Gerade bei Hunden aus dem Süden wird die Babesiose oft durch eine Ehrlichiose begleitet.

 


 

Dirofilariose
 (Falaria, Difilaria, Herzwurm)

herzwurmDie Übertragung der Larven des Herzwurms geschieht durch Mücken. Erst im Körper des Wirts entwickeln sich die Würmer, die ca. 1 cm dick und bis zu 25 cm lang sind, und siedeln sich in den Lungengefäßen und in der rechten Herzkammer an.



Das größte Infektionsrisiko herrscht in den Mittelmeerländern, aber es gibt auch Vorkommen in den USA und in Ungarn. Filarien können erst endgültig 6 – 7 Monate nach der Übertragung nachgewiesen (oder ausgeschlossen) werden, wenn die Herzwürmer geschlechtsreif geworden sind. Hierbei wird mit einem Antigen-Nachweis im Serum gearbeitet.



Symptome:

• Husten
• Blutiger Speichel
• Atemprobleme
• Venenstauung
• Wasseransammlungen
• Lebervergrößerung
• Rechte Herzkammer vergrößert

Die Laufleistung und allgemeine Belastbarkeit des Tieres ist deutlich vermindert.



Die Behandlung erfolgt medikamentös unter ständiger Überwachung. Die Behandlung ist nicht ungefährlich, da durch die absterbenden Würmer die Gefahr einer Thrombose besteht. In schweren Fällen kann versucht werden, die Würmer operativ zu entfernen, das Risiko und auch die Kosten hierbei sind jedoch sehr hoch.



Bei Reisen in die Verbreitungsgebiete können Medikamente verabreicht werden, die verhindern dass die Wurmlarven zu erwachsenen Würmern heranreifen können.

 


 

Hepatozoonose

hepazootonoseDie Hepa­to­zoo­nose wird in Europa durch den Erreger Hepa­to­zoon canis her­vor­ge­rufen. Es handelt sich um eine para­si­täre Infek­ti­ons­krank­heit, die aller­dings nicht durch den Biss der Zecke über­tragen wird, sondern durch das Zer­beißen oder Ver­schlu­cken einer Zecke. Träger sind Zecken der Arten Rhipice­phalus san­guineus (Braune Hundezecke) und Ixodes hexa­gonus (Igel­zecke). Der Erreger tritt haupt­säch­lich in Süd­frank­reich, Italien, Slo­we­nien, Kroa­tien, Bosnien, Alba­nien, Spanien, Por­tugal, Bul­ga­rien, Rumä­nien und Grie­chen­land auf. Die Inku­ba­ti­ons­zeit beträgt zwei bis vier Wochen, eine Über­tra­gung von einer infi­zierten Müt­ter­hündin auf ihre Welpen ist prak­tisch garantiert.

Akute Sym­ptome sind Fieber, Teil­nahms­lo­sig­keit, Anämie, Nasen- und Auge­naus­fluss, Lymph­kno­ten­schwel­lung sowie blu­tiger Durch­fall. Chro­nisch treten Mus­kel­schwund, Leber- und Nie­ren­ver­sagen, Ent­zün­dungen der Ske­lett­mus­ku­latur und eine ver­min­derte Anzahl an Blut­plätt­chen in Erschei­nung.

Im Blut­bild sind des­wei­teren eine stei­gende Zahl bestimmter Immun­glo­bu­line und weißer Blut­kör­per­chen (Leu­ko­zyten) sowie ein Anstieg der Krea­tin­ki­nase (Enzym zur Ener­gie­ge­win­nung) und der alka­li­schen Phos­pha­tase (in Leber und Kno­chen­mark pro­du­zierte Eiweiße) zu erkennen.

Die Erkran­kung kann sowohl über einen Erre­ger­nach­weis im Blut als auch über einen Anti­kör­per­test dia­gnos­ti­ziert werden. Eine tier­ärzt­liche Behand­lung ist unbe­dingt not­wendig, da die Erkran­kung sowohl chro­nisch als auch akut lebens­be­droh­lich ver­laufen kann. Je nach Fort­schreiten der Infek­tion stehen ver­schie­dene Medi­ka­mente für die Behand­lung zur Verfügung.

 


 

Borreliose

borrelioseBorreliose wird durch Zeckenbisse hervorgerufen.

 Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können mehrere Wochen bis Monate vergehen.



Symptome

: Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Im Gegensatz zum Menschen scheint beim Hund das Stadium der Lokalreaktion (Erythema migrans) nicht aufzutreten. Hierbei tritt beim Menschen eine halbmondförmige bis kreisrunde, feuerrote Stelle an oder in der Nähe der Zeckenbissstelle auf.



Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder sogar Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss. Sichtbare Symptome entstehen häufig erst bei einer erneuten Infektion (Re-Infektion) oder bei Reaktivierung der Erreger, die irgendwo im Körper schlummern. 

Die anfänglichen Symptome sind nicht sehr krankheitsspezifisch. Es treten

• Müdigkeit
• Appetitlosigkeit und
• Fieber

auf, so wie man es bei vielen Infektionskrankheiten im Anfangsstadium antrifft. Im weiteren Verlauf beobachtet man Symptome wie

• Steifigkeit der Gliedmaßen
• Lahmheiten (Paresen)
• Schwellungen und Schmerzen der Gelenke, meist wechselnd zwischen den Gelenken der Vorder- und Hintergliedmaßen.

Auch die Muskulatur kann betroffen sein, die Hunde bewegen sich dann wie bei hochgradigem Muskelkater. Die dadurch gezeigten Lahmheiten sind meist besonders intensiv nach dem Aufstehen. Die Gelenkveränderungen sind immunbedingt.



Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Es treten Nervenentzündungen (Polyneuritiden) und Überempfindlichkeiten (Hyperästhesien) im Rückenbereich auf. Auch das Herz und die Nieren (Glomerulonephritis) können befallen sein. Seltener treten akute Hautentzündungen (Dermatitiden) auf. Die Haut wird dann flammend rot mit wässrigen Ausschwitzungen. Dieses Erscheinungsbild nennt man Hot Spot. 



Therapie



Eine zwei bis vier Wochen lange Antibiotikabehandlung mit:

• Tetracyclinen (Doxycyclin)
• Amoxicillin
• Cephalosporin

Über die Wirksamkeit von Erythromycin gibt er unterschiedliche Meinung.



Borreliose muss lange behandelt werden, da sich diese Erreger sehr langsam vermehren. Zur Behandlung der Schmerzen werden Schmerzmittel verwendet. Um die Heilung von Nerven zu unterstützen, erfolgt eine Vitamin B-Gabe. Je nach Erkrankungsbild und betroffenen Organen können auch homöopathische Medikamente eingesetzt werden.



 


 

Giardiose

GiardaGiardien sind Parasiten, die sowohl im Darm des Menschen als auch bei Hunden und Katzen vorkommen. Die Übertragung erfolgt durch das Trinken von verschmutztem Wasser oder nicht korrekt zubereitete Rohkost.



Giardien verursachen Durchfall. Da mit dem Kot auch Parasiten ausgeschieden werden, ist die Ansteckungsgefahr bei schlechten hygienischen Bedingungen recht groß. Daher sollte gerade bei Hunden aus dem südlichen und östlichen Europa unbedingt eine Kotprobe auf Giardien untersucht werden, sollten sie unter Durchfall, eventuell verbunden mit Erbrechen, leiden. Doch auch in Mitteleuropa kann ein Hund oder eine Katze durchaus Giardien haben.



In den meisten Fällen verschwinden die Giardien nach kurzer Zeit von allein. Es gibt jedoch Hunde, die nicht allein mit den Parasiten fertig werden. Es gibt Medikamente gegen Giardien, die Behandlung kann jedoch langwidrig sein. Im Anschluß ist häufig eine Darmsanierung notwendig.

 


 

Magendrehung

Magendrehung bildBei einer Magendrehung dreht sich der nur vorne und hinten durch Bänder befestigte Magen einmal um seine eigene Achse. Dadurch ist der Magen nach vorn und hinten verschlossen, so dass der Hund weder Erbrechen noch Kot absetzen kann.



Besonders betroffen sind großgewachsene Rassen und solche mit einem tiefen Brustkorb wie Doggen, Windhunde, Irish Setter, Boxer oder Schäferhunde. Generell kann es aber jeden Hund treffen!



Symptome:



Eine Magendrehung tritt immer plötzlich auf. Der Bauch ist gespannt und aufgebläht. Der Hund ist unruhig, speichelt stark, atmet schwer und versucht vergeblich, sich durch würgen zu erbrechen. Das Blut staut sich in den Bauchorganen und der Hund ist in akuter Lebensgefahr! Rufen Sie sofort den nächstgelegenen Tierarzt an und sagen Sie, dass Sie mit einem Hund mit Verdacht auf Magendrehung kommen, so dass der Arzt bereits alles für die notwendige Operation vorbereiten kann. Im Fall einer Magendrehung geht es um Sekunden!



Ausgeschlossen werden kann eine Magendrehung nicht, die Wahrscheinlichkeit kann jedoch durch einfache Schritte verringert werden:

• Füttern Sie mehrere kleinere Mahlzeiten anstelle einer großen Mahlzeit, damit die Magenbänder und die Wandmuskulatur sich nicht dauerhaft dehnen.

• Nach der Mahlzeit sollte der Hund mindestens 1 – 2 Stunden ruhen und nicht herumtoben. Auch ca. 1 Stunde vor der Mahlzeit sollte der Hund körperlich nicht zu stark belastet werden.

• Versuchen Sie einem Hund, der beim Fressen schlingt, dieses abzugewöhnen. Dabei wird viel Luft geschluckt, die den Magen zusätzlich ausdehnt, was eine Magendrehung begünstigen kann.

• Der Hund sollte auch nicht zuviel Wasser auf einmal zu sich nehmen. Trockenfutter könnte daher eingeweicht werden.

 


 

Staupe

Die Staupe ist eine Infektionskrankheit, von der man schon dachte, sie sei in Deutschland so gut wie verschwunden. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Hund zu Hund, kann aber auch durch Marder und Frettchen übertragen werden.



Erste Anzeichen, die ca. 1 Woche nach der Ansteckung auftreten, sind:

• Hohes Fieber
• Appetitlosigkeit
• Mattigkeit
• Wässrig-klarer Augen- und Nasenausfluß, der später zähflüssig-eitrig wird (hochansteckend!)

Entweder sofort oder nach einer Phase scheinbarer Erholung können weitere Symptome auftreten:

• Erbrechen, wässriger bis blutiger Durchfall, Abmagerung (Darmform der Staupe, bei jungen Hunden führt sie oft zum sogenannten „Staupegebiss")
• Husten, Atembeschwerden, Lungenentzündung (Lungenform der Staupe)

Besonders gefürchtet ist die Nervöse Staupe, bei der das Gehirn geschädigt wird.



Symptome:
• Psychische Veränderungen
• Zittern
• Gleichgewichtsstörungen
• Lähmungen und Krampfanfälle (ähnlich der Epilepsie)

Gegen das Staupe-Virus selbst gibt es keine Therapie. Die zusätzlichen bakteriellen Infektionen müssen jedoch mit Antibiotika behandelt werden.

Die Nervöse Staupe endet fast immer tödlich und eine Einschläferung ist häufig anzuraten. Auch bei der Lungenform sind die Heilungschancen eher ungünstig.



Nur die vollständige Grundimmunisierung und jährliche Auffrischungen der Impfung bieten einen sicheren Schutz gegen eine Staupeinfektion.

 


 

Parvovirose

Parvovirose ist eine für Hunde tödliche Virusinfektion, dessen Erreger über den Hundekot ausgeschieden wird, der somit die Quelle für eine Ansteckung ist. Der Erreger ist sehr langlebig und kann über Jahre gefährlich sein.

Erste Symptome:

• Fieber
• Mattigkeit
• Erbrechen
• Schwerer, meist blutiger Durchfall

An Parvovirose (kurz: Parvo) erkrankte Hunde müssen unbedingt und umgehend intensiv medizinisch betreut werden. Gegen das Virus selbst gibt es keine Medikamente, weshalb die Krankheit insbesondere bei jungen Hunden oft tödlich verläuft. Bei Welpen kann es sogar zum akuten Herztod kommen, obwohl sie keine Krankheitssymptome gezeigt haben. Bei Hunden, die Parvovirose überleben, kann es zu dauerhaften Herzschäden kommen.



Hunde sollten im besten Fall gegen Parvovirose (mindestens Zweifach-Impfung) geimpft werden.

 


 

Niereninsuffizienz 

Insbesondere können ältere Tiere an Niereninsuffizienz leiden, doch nicht nur ältere Hunde sind betroffen, Untersuchungen haben gezeigt, dass bei über 20% der Hunde mit einem Alter über 5 Jahren die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Sogar bei jungen Hunden kann einen Niereninsuffizienz erblich oder durch Vergiftungen auftreten.

Klinische Symptome , die bei Niereninsuffizienz auftreten können:

  • Teilnahmslosigkeit und Mattigkeit – ganz unspezifische Symptoms, so wie sie bei vielen Erkrankungen auftreten.

Niereninsuffizienz führt immer zu einer Azotämie, d.h. im Blut befinden sich erhöhte Konzentrationen von Harnstoff, Kreatinin oder anderen stickstoffhaltigen Substanzen.

Erst im fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung zeigen sich klinische Symptome:

  • Polyurie und Polydipsie (vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken)
  • Appetitmangel und Gewichtsverlust
  • Lethargie
  • Entzündungen der Mundschleimhäute
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Anämie im Spätstadium

Medizinisch unterscheiden wir zwischen einer akuten und chronischen Niereninsuffizienz, wobei die Akuterkrankung leicht in eine chronische Insuffizienz übergehen kann.
Die akuten Beeinträchtigungen der Nierenfunktionen sind weniger sorgniserregend, wenn sie bei rechtzeitigem ärztlichen Eingreifen und sofort eingeleiteter Therapie wieder vollständig hergestellt werden können.

Akute Schäden können immer auftreten bei einer Minderdurchblutung der Niere, z.B. durch Schock, Kreislaufkollaps, starken Blut- und Flüssigkeitsverlusten, Verlegung der Harnwege durch Blasensteine oder Prostatahypertrophie beim Rüden oder durch schwere Infektionskrankheiten wie Leptospirose (dagegen schützen wir unsere Hunde durch die jährliche Schutzimpfung), Borreliose, Leishmaniose, Pyometra oder durch Vergiftungen.

Die chronische Niereninsuffizienz hingegen ist viel sorgniserregender. Unter der chronischen Niereninsuffizienz versteht man einen langsamen, aber unaufhaltsam fortschreitenden Verlust der Fähigkeit der Nieren, ihre lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen.
Die Nieren verfügen zum Glück über eine extrem hohe Kompensationskraft, sie erfüllen ihre Aufgaben immer noch zufriedenstellend, wenn schon längst ein Teil des Nierengewebes irreversibel geschädigt ist

Die ersten deutlichen klinischen Symptome treten erst auf, wenn 75 % des Nierengewebes nicht mehr arbeitet, vorher erscheint Ihnen Ihr Hund ganz gesund. Die ersten Anzeichen der Niereninsuffizienz sind stets dezent und Sie denken in keinster Weise an diese schwere Erkrankung.

 

Wie stelle ich fest, ob mein Hund nierenkrank ist?

Wichtig ist es, die Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen! Hierzu dienen in der Regel die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen mit einem allgemeinem Blutcheck sowie Blutdruckmessung.

Bei einer Nierenschädigung sind bestimmte Blutparameter wie Kreatinin und Harnstoff erhöht.
Besteht der Verdacht einer Minderfunktion der Niere werden weiterführende Untersuchungen angeschlossen.

Auch der Harn macht sehr gute Aussagen über die Filtrationskraft der Niere. Das Spezifische Harngewicht (SHG) ändert sich schon bei einer eingeschränkten Nierenfunktion von 50-70 %, bei der Blutharnstoff und Kreatinin noch durchaus in der Norm liegen können. Können wichtige Proteine (Eiweiße) aufgrund der verminderten Filtrationsleistung der Niere nicht mehr zurückgehalten werden, finden sich diese vermehrt im Urin wieder (Proteinurie).

Röntgenaufnahmen sind ein sehr nützliches Hilfsmittel für die Bestimmung der Nierengröße, doch liefern sie keine Information über deren inneren Strukturen. Hierfür muss dann eine Ultraschalluntersuchung erfolgen.


Was tun, wenn mein Hund nierenkrank ist?

Wurde bei Ihrem Hund die Diagnose Niereninsuffizienz gestellt, ist das oberste Gebot das noch funktionierende Nierengewebe so lange wie möglich zu erhalten. Dazu dienen in erster Linie speziell, salzarme Nierendiäten, die so zusammengesetzt sind, dass die erkrankten Nieren mit bestimmten Stoffwechselprodukten so wenig wie möglich belastet werden (z.B. Eiweiß: die Diäten enthalten wenig, aber hochwertiges Eiweiß).

Auf keinen Fall darf die Trinkwassermenge eingeschränkt werden! Stellen Sie Ihren Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung. Nierenkranke Hunde neigen dazu, vermehrt Urin auszuscheiden. Nehmen sie nicht ausreichend Wasser auf, so kann es zu einem Verlust an Körperflüssigkeit kommen, was zu einer noch schlechteren Nierendurchblutung führt.

In einer solchen Situation kann eine leichte Insuffizienz sehr schnell in eine hochakute, lebensgefährliche Niereninsuffizienz (Urämie) umschlagen, die sofort mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr (Infusionstherapie bis zur Verbesserung der Werte) ausbalanciert werden muss.
Da auch die Reabsorption der Vitamine gestört ist, kann die Zufuhr von Vitamin C und Vitamin B ins Auge gefasst werden.

Zum Schutz der Nieren können ACE- Hemmer eingesetzt werden.

 


 

Demodikose

Die Canine Demodikose ist eine häufige, parasitäre Hauterkrankung des Hundes, die durch übermäßige Vermehrung der Haarbalgmilbe (Demodex) hervorgerufenen wird. Sie entsteht bei Tieren nur im Zusammenhang mit Störung oder Schwächung des Immunsystems. 


Die Behandlung erfolgt mit milbenwirksamen Medikamenten (z.B. Spot-on) und Mittel zur Stärkung des Immunsystems. 
Die Hautflora kann zusätzlich mit Ölen und gesundem Futter gestärkt werden.

Die Übertragung der Demodex-Milben von der Mutterhündin auf die Welpen erfolgt zumeist schon im Alter von wenigen Lebenstagen beim Säugen. Diese Infektion bleibt aber meistens symptomlos.

Zum Ausbruch einer Demodikose kommt es erst viel später, wenn sich diese Milben aufgrund des geschwächten Immunsystems stark vermehren können.

Eine Übertragung von Hund zu Hund nach dem dritten Lebenstag gilt als unwahrscheinlich.

Die Demodikose tritt weltweit auf.

 

 

   

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